Mit dem Dienstfahrrad zur Arbeit

Ein Fahrrad hat viele Vorzüge: Auf kurzen Strecken ist es schneller als zu laufen, man kann in der Stadt am Stau vorbei fahren, während die Anderen in ihren Autos warten, es spart Benzin und schont damit die Umwelt und den Geldbeutel, und es ist besser für die Gesundheit.

Ein Dienstfahrrad kann auch vom Arbeitgeber gestellt werden, ähnlich wie ein Dienstauto. Auch ein E-Bike kommt dafür in Frage. Und selbst die private Nutzung ist kein Problem, bei nur 1% Versteuerung.

Ein kurzer Überblick der wichtigsten Punkte:

  • Steuerlich werden Dienstfahrräder sehr ähnlich wie Dienstwagen behandelt.

  • Das (Elektro-)Rad wird vom Arbeitgeber angeschafft und dem Arbeitnehmer vertraglich, auch zur Privatnutzung, überlassen. Dies kann entweder mit einem separaten Vertrag, oder einem Zusatz zum Arbeitsvertrag geregelt werden.

  • Die Anschaffung sowie die laufenden Kosten kann der Arbeitgeber als Betriebsausgaben absetzen.

  • Der Arbeitgeber kann Aufwand sparen, wenn er die Dienstfahrräder least.

  • Eine Kaufoption für den Arbeitnehmer sollte ein Leasingvertrag auf keinen Fall enthalten, weil es sonst sein kann, dass das Finanzamt den Mitarbeiter als wirtschaftlichen Leasingnehmer betrachtet. Dann droht eine Nachzahlung von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen.

Die Private Nutzung eines Dienstfahrrads:

Seit 2012 ist das Dienstfahrrad dem Dienstauto steuerlich gleichgestellt („Dienstwagenprivileg“). Als Arbeitnehmer dürfen Sie nach Feierabend und an freien Tagen das Rad nutzen, wie es ihnen beliebt. Wie beim Dienstwagen müssen Sie für die private Nutzung 1 Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern. Als Listenpreis gilt die auf volle 100 Euro abgerundete unverbindliche Bruttopreis-Empfehlung des Händlers oder Herstellers zum Zeitpunkt, wenn das Rad zum ersten Mal genutzt wird.

Steuerlich gibt es gegenüber dem Firmenauto sogar einen Vorteil: Anders als beim Dienstwagen müssen Sie bei der Gehaltsabrechnung den Anfahrtsweg zur Arbeit nicht versteuern.

Es ist möglich, dass Sie zwei Diensträder oder gleichzeitig ein Dienstrad und einen Firmenwagen nutzen. Außerdem: Das Aufladen Ihres E-Bikes im Betrieb ist Lohnsteuerfrei.

Steuerfrei nutzbar von 2019 bis 2021

Zum Jahresbeginn 2019 hat der Gesetzgeber eine Steuervergünstigung für betrieblich genutzte (Elektro-)Fahrräder eingeführt. Erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber zusätzlich zum ohnehin vereinbarten Gehalt ein Dienstrad, das Sie auch privat nutzen dürfen, bleibt der geldwerte Vorteilsteuer- und beitragsfrei und zwar im Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2021. Bei einer Gehaltsumwandlung gilt dies nicht.

Von der Regelung können neben Arbeitnehmer auch Selbstständige mit Betriebsrad profitieren. Sie müssen für die private Nutzung keine Privatentnahme versteuern. Dies spart Einkommen- und Umsatzsteuer.

Trotz Steuerfreiheit können Sie die Entfernungspauschale ungekürzt in der Steuererklärung angeben.

Zusammenfassend:

  • Als Arbeitnehmer müssen Sie grundsätzlich monatlich 1 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerten Vorteil versteuern, wenn Sie das Dienstfahrrad auch privat nutzen. Die Besteuerung entfällt im Zeitraum 2019 bis 2021, wenn Sie das Dienstrad zusätzlich zum vereinbarten Gehalt bekommen. Bei einer Gehaltsumwandlung ist dies nicht möglich.

  • Wird ein E-Bike, das schneller als 25 Stundenkilometer fahren kann, zwischen 2019 und Ende 2021 angeschafft oder geleast, wird nur der halbe Bruttolistenpreis angesetzt. Folge: Sie zahlen weniger Lohnsteuer und Sozialversicherung.

  • Für das Pendeln per Rad zur Arbeit dürfen Sie für jeden Arbeitstag 30 Cent pro Entfernungskilometer als Pendlerpauschale in Ihrer Steuererklärung geltend machen.

  • Selbst wenn Sie teilweise oder komplett die Leasingrate für ein hochwertiges Dienstrad per Gehaltsumwandlung zahlen, kann sich dies rechnen. Denn damit senken Sie Ihr steuer- und sozialversicherungspflichtiges Bruttogehalt.

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Rechtlicher Hinweis: 

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